Coach2 Spieleranalyse: Erling Haaland

Der norwegische Wunderknabe aus Leeds

Der 20-jährige Erling Haaland begeistert momentan die Fußballwelt. Wir von Coach2 haben uns gefragt, wo dieser Junge herkommt und was ihn neben seinen unglaublichen athletischen und körperlichen Voraussetzungen zu einem so besonderen Spieler macht.

„Es ist mein Traum, die Premier League mit Leeds zu gewinnen!“

Erling Haaland erblickte am 21.07.2000 das Licht der Welt. In seinem Geburtsort Leeds spielte sein Vater Alf-Inge Haaland im Traditionsklub Leeds United, wodurch Haaland zu dem Club und der Stadt bis heute eine besondere Verbindung hat. „Es ist mein Traum, die Premier League zu gewinnen- mit Leeds United“, bekundet er im Jahr 2017.

Seine Jugend verbrachte Erling Haaland jedoch in Norwegen. In dem kleinen Verein Bryne FK machte er seine ersten Schritte als Fußballer, bis er mit 15 Jahren sein Profidebüt in der zweiten norwegischen Liga gab. Ab diesem Moment war der norwegische Shootingstar nicht mehr aufzuhalten. Er überragte bei seinen Stationen bei Molde FK und Redbull Salzburg, bis letztendlich der BVB auf ihn aufmerksam wurde und ihn im Winter 2020 nach Dortmund holte. Spätestens seit den herausragenden Leistungen beim BVB ist der 20-jährige Norweger einer der aufregendsten Spieler der Bundesliga und einer der absoluten Shootingstars im Fußball.

Aber was genau macht diesen groß gewachsenen Norweger so besonders?

„Er ist eine Naturgewalt“

„Er ist schon eine Naturgewalt“, musste auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nach dem Champions League Achtelfinale gegen Paris St. Germain gegenüber „Sky“ nochmal beeindruckt anmerken. Mit einer Größe von 1.94m und einem Körpergewicht von 87 kg ist er einer der schnellsten Spieler der Bundesliga. Seine Kombination aus körperlichen Voraussetzungen und seinen stark ausgeprägten athletischen Fähigkeiten sind damit aktuell unvergleichlich im Weltfußball.

„Wenn ich komme, ist er immer schon da“ – eine Haltung aus dem Bilderbuch

Aber das wirklich Besondere an diesem jungen Norweger wird erst ersichtlich, wenn sich neben dem Fußballer Erling Haaland auch mit dem Menschen Erling Haaland beschäftigt wird. Die Werte, die Arbeitsmoral und die Professionalität, die er verkörpert, machen ihn außerhalb des Platzes nicht nur zu einem sympathischen jungen Mann, sondern auch zu einem herausragenden Fußballer. (So vertritt Haaland einen großen Teil der Werte, die Coach2 vermittelt und wird damit in Zukunft für viele Nachwuchstalente ein Vorbild darstellen.)

„Wir haben 2020 und es passiert so viel. Man schaut ständig auf sein Handy und das hängt mir ehrlich gesagt zum Hals raus. Es geht darum, sich in ein höheres Bewusstsein zu begeben. Entspann dich, komm runter. Leg dein Smartphone weg. Lass dich nicht von den Gedanken ablenken, lebe im Hier und Jetzt“

Stationen von Haaland:

2015-2016: Bryne FK

2017-2018: Molde FK

2019-2019: RB Salzburg

2020-Heute: Borussia Dortmund

Erling Haaland hat einen Traum: „einer der Besten der Welt zu werden“. Diesen verfolgt er mit allem, was in ihm steckt.

Eine Aussage des BVB-Keepers Roman Bürki unterstreicht dieses hohe Maß an Professionalität und den Fokus, den der Norweger jeden Tag vorlebt. Der Schweizer erklärte, dass er vor dem Training immer einer der ersten sei. Wenn er auf dem Trainingsgelände in Brackel ankomme, sei einer immer schon da: Erling Haaland. Selbst wenn es mal einen freien Tag gibt, sei Haaland dort. Was er dann mache? Er lasse sich behandeln oder mache individuelles Training.

Der norwegische Shootingstar hat neben seiner beharrlichen Art der Trainingsvorbereitung eine ganz spezielle Routine wie er sich auf seine Spiele vorbereitet.

In einem Interview mit dem BVB TV antwortete Haaland auf die Frage, ob er eine Routine vor dem Spiel hat, ganz kurz und knapp: „Meditation“.

Im BVB-Podcast erläuterte er die Bedeutung, die Meditation für ihn hat, noch einmal näher. Es sei äußerst wichtig, sich in der „perfekten Zone“ zu befinden: „Für mich geht es darum, zu entspannen. Wir haben 2020 und es passiert so viel. Man schaut ständig auf sein Handy und das hängt mir ehrlich gesagt zum Hals raus. Es geht darum, sich in ein höheres Bewusstsein zu begeben. Entspann dich, komm runter. Leg dein Smartphone weg. Lass dich nicht von den Gedanken ablenken, lebe im Hier und Jetzt.“

Den Fokus, den er auf sich als Mensch und den Fußball hat, sowie die Professionalität, die er mit seinen erst 20 Jahren täglich lebt, sind nur zwei von fünf Attributen, die Haaland zu diesem außergewöhnlichen Fußballer machen.

„Er ist ein richtiger Torjäger, das merkt man“

Ein weiterer Wert, den Haaland wie kaum ein anderer Fußballer der jungen Generation verkörpert, ist sein unbändiger Wille.

Genau das griff der ehemalige Coach der Schwarz-Gelben und damalige PSG-Trainer Thomas Tuchel auf, als er den jungen Norweger beschrieb: „Er hat Spaß und einen unglaublichen Willen. Er ist ein richtiger Torjäger – das merkt man.“

Eine Auswahl an Spielszenen verdeutlicht seine Qualitäten.

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Die erste Szene verdeutlicht, dass der Shootingstar sich auch nicht zu schade ist, defensiv mitzuarbeiten. Nach seinem Ballverlust läuft er mit höchster Intensität in Richtung 16er und versucht noch mit allem was er hat, das Tor zu verhindern. Dieser unbedingte Wille und die Bereitschaft, Tore zum einen zu verhindern und zum anderen zu schießen, werden in fast jeder Situation deutlich.

Besonders in den offensiven Spielphasen ist Haaland permanent bereit, im Vollsprint in Richtung Strafraum zu laufen. Sein ehemaliger Entdecker Alf Ingve Berntsen beschreibt das in einem Zitat: „Erling geht sehr professionell mit seinem Beruf um und arbeitet ständig an sich. Er ist regelrecht süchtig danach, Tore zu erzielen.“ Was den Norweger besonders freut: „Der Junge macht das Gleiche wie mit zwölf oder 13 Jahren: er hat Spaß, lacht viel und trifft viel.“ Es macht bei Haaland also keinen Unterschied, ob er nach einer Ecke im eigenen 16er startet oder nach einem Ballgewinn an der Mittellinie. Er strahlt immer die Willenskraft aus, ein Tor schießen und gewinnen zu wollen.

Mikolaj Barbanell / Shutterstock.com

„Der Junge macht das Gleiche wie mit 12 oder 13 Jahren: er hat Spaß, lacht viel und trifft viel.“

Alf Ingve Berntsen stellt am Ende seines Zitats eine ganz elementare Emotion in den Vordergrund: den Spaß. Alle Kinder haben irgendwann einmal angefangen Fußball zu spielen, weil sie Spaß daran hatten. Dass Haaland, das für Berntsen immer noch in dem Maß ausstrahlt, wie er es damals als 12- oder 13-jähriger Junge getan hat, ist die Basis für eine erfolgreiche und noch lang andauernde Karriere des jungen norwegischen Superstars.

Der Hype um einen so jungen Spieler bringt auch immer Gefahren mit sich.

Viele hoch gehandelte Talente schaffen es oft nicht, den Erwartungen gerecht zu werden. Sie verlieren den Ehrgeiz, die Demut und geben sich mit dem Ist-Zustand zufrieden.

Das gilt nicht für Erling Haaland.

Der junge Norweger erzielte in seinen ersten sechs Champions-League Spielen acht Tore und stellte damit einen neuen Rekord auf. In derselben Saison spielte er sein erstes Achtelfinalspiel in der Champions-League und gewann mit Borussia Dortmund mit 2:1 gegen eine der besten Mannschaften der Welt: Paris St. Germain – natürlich durch zwei Treffer von Erling Haaland. Garniert mit einem schon heute legendären Jubel.

In einem Interview gegenüber DAZN äußerte sich Haaland nach dem Spiel dennoch sehr selbstkritisch(!): „Ich weiß, dass ich viel zu verbessern habe, das hat man heute gesehen… Ich muss arbeiten, ich will weit kommen, ich muss hart arbeiten.“ Der norwegische Shootingstar bleibt also selbst in Momenten des höchsten sportlichen Erfolgs mit beiden Beinen auf dem Boden und gibt sich mit nichts zufrieden. Sein stetiges Streben nach Verbesserung geht aus einem Kommentar hervor, nachdem er bei der U20-WM im Mai neun von zwölf Toren der Norweger gegen Honduras erzielt hatte: „Ich hätte zehn Mal treffen müssen…“!

Spielprinzipien

Nutzen wir nicht nur zur Analyse, wir haben ihnen auch eine komplette Masterclass gewidmet!

Abschließend ist festzuhalten, dass Erling Haaland auf und neben dem Platz die Werte verkörpert, die es benötigt, um zukünftig einer der besten Fußballer der Welt zu werden.

Erling Haaland – Analyse

Im zweiten Teil unseres Players Watch beschäftigen wir uns mit den fußballerischen Prinzipien, die den jungen Norweger auszeichnen.

Wir wagen auch eine Prognose, wie die Urgewalt aus Norwegen effektiv verteidigt werden kann!

Erreichbare Passwege

Das Prinzip der erreichbaren Passwege setzt Haaland gekonnt ein.

Der junge Norweger besitzt, wie bereits erwähnt, stets die Bereitschaft im Vollsprint zum Tor zu laufen. Die Kunst daran ist es, sich vorher an den Mitspielern und Gegenspielern zu orientieren, um im entscheidenden Moment den richtigen Raum zu belaufen und anspielbar zu sein. Die folgende Szene demonstriert dies.

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Während Brandt andribbelt, erkennt Haaland, dass die Gegenspieler den Passweg ins Zentrum verteidigen. Der erreichbare Passweg entsteht somit in der Tiefe hinter der Abwehr. Den Passweg bzw. den Raum beläuft der junge Norweger in höchster Intensität, taucht dadurch frei vor dem Tor auf und erzielt das Tor in seiner typisch eiskalten Manier. Die Kombination aus guter Orientierung, Bereitschaft sowie einer Intensität, die seines gleichen sucht, machen den norwegischen Shootingstar für jeden Verteidiger dieser Welt zu einem anspruchsvollen Match-Up. Haaland verfolgt stets mit einer hohen Aufmerksamkeit das Spielgeschehen. Anhand dieser aufgenommenen Informationen trifft er schnell die richtigen Entscheidungen und setzt diese mit entsprechender Intensität um.

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In der nächsten Spielsequenz spielen die Norweger nach Ballgewinn den Ball zwischen die Reihen. Der norwegische Nationalspieler erfährt keinen Druck und kann an der gegnerischen Kette aufdrehen. Dies ist gleichzeitig der Auslöser für die Offensivspieler durch eine Freilaufbewegung einen erreichbaren Passweg herzustellen, um damit maximale Torgefahr auszustrahlen.

Haaland reagiert demensprechend und schafft mit einer Freilaufbewegung in die Tiefe einen erreichbaren Passweg. Der rumänische Innenverteidiger erkennt die Situation, nimmt den Laufweg von Haaland auf und verteidigt diesen damit. Daraufhin bricht der Norweger seinen Laufweg ab und fordert den Ball in den Fuß. Das ist ein weiteres Indiz dafür, wie aufmerksam Erling Haaland das Spielgeschehen verfolgt und mit welcher Qualität er seine Entscheidungen adaptiert. Nachdem Haaland, wie zuvor beschrieben, das Prinzip der erreichbaren Passwege gut umsetzt, strahlt er im weiteren Verlauf der Szene durch seine Qualitäten im Ball bewegen und im Torabschluss maximale Torgefahr aus und erzielt mit einem strammen Schuss das Tor.

Maximale Torgefahr ausstrahlen

Erling Haaland vereint viele Komponenten, die dazu beitragen, dass er dem Gegner in fast jeder Situation das Gefühl vermittelt, maximale Torgefahr auszustrahlen. Dazu zählen zum einen seine Intensität, seine Orientierung sowie seine Bereitschaft zu hochintensiven Läufen in die Tiefe. Zum anderen setzt er Aktionen wie das Ball bewegen, den Torabschluss oder das ständige Herstellen von erreichbaren Passwegen auf einem konstant hohen Niveau um. Diese Fähigkeiten gepaart mit seinem unbändigen Willen und seiner Gier nach Toren, machen ihn zu einer maximalen Torgefahr.

"Er ist ein physisches Wunder, ein kompletter Spieler, er kann es mit links, mit rechts - wie er will"

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Die Sequenz aus dem Spiel gegen den SC Freiburg ist ein perfektes Beispiel dafür.

Dadurch, dass Haaland Druck auf den Ballführer ausübt, provoziert der BVB in der Folge einen Fehler des SC Freiburg. Diesen wittert der junge Norweger förmlich. Nach dem Ballgewinn erkennt Haaland den Raum hinter der Abwehr und sucht sofort in höchster Intensität den Weg in Richtung Tor. Nachdem ihn der Pass von Reyna im 16er erreicht hat, kommt Haaland mit seinem linken Fuß zum Abschluss und erzielt überlegt zum 3:0 für Dortmund.

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Sein unbändiger Wille wird direkt zu Beginn der zweiten Szene deutlich.

Hier versucht ein Spieler von Schalke, ihn während eines Tempodribblings durch ein Foul zu stoppen. Ein Erling Haaland lässt sich davon aber nicht beirren und läuft weiter, als wenn nichts gewesen wäre. Der junge Norweger ist einzig und allein darauf fokussiert, den Ball im Tor unterzukriegen. Genau das macht er auch im weiteren Verlauf der Sequenz. Nachdem er den Ball dann endlich an seinen Teamkollegen Sancho losgeworden ist, sprintet er in Richtung des 16ers, bekommt den Ball von Sancho wieder und schießt den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß über den Torwart hinweg ins Tor.

Sein Teamkollege Morey schwärmte von Haaland und seinen herausragenden Fähigkeiten im Torabschluss: „Er ist ein physisches Wunder, ein kompletter Spieler, er kann es mit links, mit rechts – wie er will“, meinte Morey.

Der Norweger trifft wie er will, ob mit seinem starken Fuß überlegt oben in den Winkel (Szene Freiburg), mit einem Chip-Ball über den Torwart hinweg ins Tor, mit seinem schwachen rechten Fuß (Szene Schalke) oder mit einem strammen Schuss aus 16 Metern ins Eck (Szene Norwegen). Haaland kann auf ein großes Repertoire an unterschiedlichen Abschlussvarianten zurückgreifen, wodurch er für seine Gegenspieler schwer auszurechnen ist.

Haalands Abschlussqualität zeichnet sich besonders durch seine Effektivität aus. „Es gibt einige solche Viecher, aber er ist schon eine Drecksau vor dem Tor. Er nutzt fast jede Chance.“ (Freiburgs Christian Günter über Dortmunds Torjäger Erling Haaland). Das bestätigen auch seine Statistiken. Laut One-Versus-One (Stand:30.03.2021) finden 58,3% von Haalands Torschüssen (21 Tor aus 36 Torschüssen) den Weg ins Tor. Hinzu kommt, dass der norwegische Shootingstar aus jeder zweiten Großchance ein Tor erzielt (21 Tore aus 42 Großchancen). Damit verwertet der junge Norweger im Ligavergleich seine Torchancen hochprozentiger als Robert Lewandowski.

„Ich finde, wir haben es ganz gut gemacht, haben ihn sehr hart verteidigt“

Wie kann er gestoppt werden?

Die entscheidende Frage, die sich stellt, ist: Ob Haaland überhaupt gestoppt werden kann?

Darauf werden wir in diesem Beitrag keine absolute Antwort geben können.

Es steht aber fest, dass Haaland aufgrund der oben aufgeführten Eigenschaften und Qualitäten ein sehr schweres Match-Up für jeden Verteidiger dieser Welt ist und dass man ihn mit Sicherheit nicht in jeder Situation über die volle Spielzeit von 90 Minuten in Schach halten kann.

In der Folge haben wir versucht, anhand von Spielszenen aufzuzeigen, wie dieses norwegische Naturwunder zumindest in ausgewählten Spielsituationen besser verteidigt werden kann und ihn damit erst gar nicht in seinen Flow kommen lässt, um damit viele Situationen schon im Keim zu ersticken.

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In der ersten Szene handelt es sich um eine Situation, in der Borussia Mönchengladbach weit in der Hälfte von Borussia Dortmund den Ball verliert. In dem Moment stellt Haaland die einzige offensive Anspielstation des BVB in der Tiefe dar. Kurz nach dem Morey den Ball aus der Gefahrenzone nach vorne schlägt, tauchen Erling Haaland und die beiden Gladbacher Innenverteidiger im Bild auf. Die eigentliche Aufgabe der beiden Innenverteidiger in der Situation ist die Sicherung des Gegnerzugriffs. Der Klärungsversuch von Morey ist so zielgenau gespielt, dass Haaland den Ball mit seinen ersten Kontakten bewegen und behaupten kann. Im weiteren Verlauf der Szene bekommt Haaland den Ball in seinen Fuß und bewegt den Ball so gut, dass er den Ball behaupten kann. Der Innenverteidiger von Gladbach, in dem Fall Nico Elvedi, weiß sich in der Folge nicht anders zu helfen, als den Norweger zu foulen.

Wie kann es aber sein, dass aus einer 2 vs. 1 Situation ein 1 vs. 1 von Nico Elvedi gegen Erling Haaland geworden ist? Welche Aufgabe hatte der zweite Verteidiger, bzw. wie hätte er sich besser verhalten können?

Matthias Ginter, der andere Gladbacher Innenverteidiger, orientiert sich in der Sequenz nicht zum Gegenspieler, sondern sieht sich das Geschehen aus der Ferne an und sichert die Tiefe. Borussia Mönchengladbach nimmt sich damit den Vorteil der nummerischen Überlegenheit und es entsteht die besagte 1vs1 Situation, die es Elvedi enorm erschwert, den Zweikampf gegen einen Spieler Haalands Klasse für sich zu entscheiden. Die Lösung dafür liegt auf der Hand.

Beide Innenverteidiger orientieren sich zu Haaland. Der eine Innenverteidiger steht hinter Haaland, jedoch leicht überlappend oder direkt davor, um flache Zuspiele wie in dem aufgeführten Beispiel verhindern zu können. Der andere positioniert sich hinter Haaland, um die Bälle abzufangen, die über die beiden fliegen. Auf die Art und Weise wird die Überzahlsituation optimal ausgenutzt. Damit können eine hohe Anzahl an Umschaltsituationen, in denen der junge Norweger sehr viel Torgefahr ausstrahlt, im Keim erstickt werden.

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Die folgende Szene zeigt, wie Sevilla eine ähnliche Situation deutlich besser umsetzt und dadurch direkt den Ball wiedergewinnt.

Der eine Innenverteidiger steht leicht überlappend, aber direkt hinter Haaland. Ab dem Moment ab dem es klar ist, dass der Ball über sie hinweg fliegt, blockt er den Norweger und sein Innenverteidiger Kollege, der dahinter die Tiefe gesichert hat, kann entspannt den Ball annehmen und weiterspielen: eine sehr gute Sicherung des Gegnerzugriffs! Ein Traum vieler Trainer!

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Ein weiteres Prinzip, was es gut umzusetzen gilt, ist die Mannorientierung – gepaart mit dem Blocken. Je näher es in Richtung Strafraum geht, desto wichtiger wird dieses Prinzip. Die obige Szene ist ein Anschauungsbeispiel dafür, wie im Strafraum gegen den Mann verteidigt werden sollte. Der BVB spielt sich durch eine Kombination in eine aussichtsreiche Flankensituation ins letzte Drittel. In dem gleichen Atemzug versucht Haaland im Vollsprint auf den ersten Pfosten zu laufen. Der Verteidiger vom FC Schalke 04, Sead Kolasinac, erkennt es rechtzeitig, orientiert sich an Haaland und kreuzt seinen Laufweg. Kolasinac stellt seinen Körper rein und hindert somit die norwegische Naturgewalt an seinem Laufweg. Damit wird dem Flankengeber seine beste Option genommen und er muss in kürzester Zeit eine Alternative suchen. Am Ende findet er keine Lösung und die Flanke keinen Abnehmer. Die alles entscheidende Aktion dafür war im Endeffekt die Mannorientierung und der Block von Sead Kolasinac an Erling Haaland, wodurch Dortmund an einer vielversprechenden Torchance oder möglicherweise sogar einem Tor gehindert wurde. Solche Kleinigkeiten entscheiden am Ende Fußballspiele.

„Er spielt, wie er trainiert. Er wird immer seine Tore machen, egal wie gut er im Spiel ist oder nicht.“

Das gleiche gilt auch für Situationen, in denen Haaland z.B. nach Ballgewinn direkt den Weg in die Tiefe, also den Rücken der Abwehr, sucht. In denen ist es elementar, ihn durch einen Block oder durch ein Kreuzen an einem freien Lauf in die Tiefe zu hindern. Dies wird natürlich nicht in jeder Situation zu verhindern sein, es ist jedoch ein Weg, um dieser Naturgewalt das Leben zu erschweren. Das bedarf einem hohen Maß an Aufmerksamkeit und der ständigen Orientierung an Haalands Positionierung.

Das Zitat des BVB-Kapitäns Marco Reus unterstützt abschließend die Schlussfolgerung über die Verteidigungsstrategien gegen den jungen Norweger:

„Er spielt, wie er trainiert. Er wird immer seine Tore machen, egal, wie gut er im Spiel ist oder nicht.“

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es möglich ist, Erling Haaland zu verteidigen, wenn die aufgeführten Prinzipien gut umsetzt werden. Stoppen wird diese norwegische Naturgewalt in den nächsten Jahren jedoch keiner. So wie es Marco Reus gesagt hat, wird er immer einen Weg finden, um Tore zu schießen. Haaland bringt dafür einfach alles mit, was im heutigen Fußball gefragt ist. Letztlich ist ihm alles zuzutrauen – vielleicht auch die Meisterschaft mit Leeds United!

 

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