Chris hadfield

Chris Hadfield in 8 Überschriften

Ok, du denkst jetzt vielleicht: „Klingt ja cool, aber was hat ein Astronaut bitte mit meiner Leidenschaft als Fußballtrainer zu tun?“. Die Antwort ist: „Ganz viel!“ Am Ende des Tages müssen unsere Spielerinnen und Spieler und auch wir als Trainer dann unsere Leistung abrufen, wenn es wirklich darauf ankommt. Um sich die dahinterstehenden Ideen vor Augen führen zu können, helfen andere Situationen in denen „Highperformance“ gefragt ist. Was könnte dabei besser geeignet sein als die „High Risk – High Reward“ – Momente als Astronaut? Ein Fehler kann dich alles kosten, dir aber auch einmalige Momente verschaffen. Viel Spaß bei der Story von Chris Hadfield!

„Making Decisions within One Breath“

Denken wir an Anstronauten und Raumfahrt denken wir an „Star Trek, Captain Picard oder Commander Spock. An all die Action, die passiert und das Adrenalin, das fließt. Astronauten sind kein bisschen so“, so Hadfield. Im Gegensatz dazu braucht es Menschen, die ruhig und kompetent sind. „Wir hassen das Adrenalin, wir treffen dann keine guten Entscheidungen.“ Auch braucht es niemanden, der etwas beweisen will oder „den Helden“ spielen will. „Wir müssen in der Lage sein, Probleme innerhalb von einem Atemzug zu lösen. Entweder um eine Maske zu greifen oder irgendwo hinzukommen, wo Luft zum Atmen ist.

Learning für Trainerinnen & Trainer: Ja, Emotionalität gehört zum Fußball, aber man kann nicht oft genug betonen, dass die besseren Entscheidungen mit weniger Emotionalität getroffen werden. Die Kunst des Trainers ist es die Emotionalität zu transportieren, ohne selbst emotional zu sein. Emotionen haben wir alle, emotional zu sein ist etwas anderes. Zumindest einer im Trainerteam sollte diese Ruhe in sich tragen.

Best antidote for fear is competence

Hadfield beschreibt eine Situation, die ihm im Weltall widerfahren ist, wie folgt: „Ich war außerhalb der Raumstation als auf einmal ein Auge anschwoll und eine Träne verlor. Aufgrund der fehlenden Schwerkraft blieb die Träne im Auge und ich war auf einem Auge blind. Nach kurzer Zeit passierte das Gleiche im anderen Auge. Ich war außerhalb der Raumstation komplett blind.“ Eine Situation, die wenn man sich in sie hineinversetzt, jedem Angst machen würde. Nicht so Hadfield. „Genau diese Situation haben wir trainiert: Blind im Weltall unterwegs zu sein. Wir waren vorbereitet. Das beste Gegenmittel gegen Angst ist Kompetenz.“

Learning für Trainerinnen & Trainer: Angst ist die Emotion, die unser Trainersein am meisten beeinflussen kann. Egal ob am Spielfeldrand, auf dem Trainingsplatz oder in Gesprächen. Kompetenz in all diesen Bereichen ist der beste Schritt dagegen anzugehen.

“Preperation is everything”

Die Überschrift sagt alles, die Dimension dessen wird allerdings erst klar, wenn man sich vor Augen führt, was das im Alltag eines Astronauten bedeutet. Allein beim Start können sich zahlreiche Komplikationen ergeben. Kommt es zu einem Absturz kann dieser über der Arktis, der Wüste Sahara oder im Dschungel passieren. „Es kann sein, dass es zwei bis drei Tage dauert, bis wir geborgen werden, bis dahin müssen wir überleben.“ („Post-Landing-Survivals“) Allein hier muss jedes kleinste Szenario vorbereitet und trainiert sein.

Eine sehr konsequente Ausprägung der Vorbereitung auf einen Raumflug ist gleichzeitig eine sehr krasse: Als Astronaut kannst du sterben. „Wir müssen damit komplett ehrlich umgehen. Wir haben auch trainiert, wie es ist, wenn ich sterbe. Wer informiert meine Frau? Wer tritt vor die Presse? Was sind die weiteren Schritte?“ Laut Hadfield helfe diese Vorbereitung in dem Moment, wenn es wirklich eintritt: „Diese Durchspielen gibt allen Sicherheit, so hart das Training auch ist, es ermöglicht im Fall der Fälle klare Abläufe und echt Trauer.“

Learning für Trainerinnen & Trainer: Was kann als Trainerin oder Trainer alles passieren? Was ist die krasseste Konsequenz, die du dir vorstellen kannst und wie kannst du dich darauf vorbereiten? Natürlich muss im Fußball keiner sterben, aber sind wir wirklich auf jede kleinste Unwägbarkeit vorbereitet?

Eine andere wichtige Botschaft ist simpel: Sei fleißig! Vorbereitung auf alle Unwägbarkeiten ist harte Arbeit und durch nichts zu ersetzen.

“Leadership is the art of influencing human behavior to accomplish a mission in the manner desired by the leader.”

“First Point on the Agenda – We stay alive. Second – Keep the Ship alive. Third – Do our Job”

Auf der Raumstation herrschen klare Prioritäten, die auch jedem bewusst sind „als erstes sehen wir zu, dass wir leben“, so Hadfield „als zweiten bleibt das Schiff heile und an dritter Stelle machen wir unseren Job.“ In Notsituationen aber auch bei kleinsten Entscheidungen ist das Setzen von Prioritäten damit abgeschlossen, da sich jeder bei jeder Handlung daran orientieren kann.

Learning für Trainerinnen & Trainer: Sind dir deine wichtigsten Punkt bewusst? Wenn es einmal knifflig wird, handelst du aus dem Bauch heraus oder kennst du deine Prioritäten (Werte)? Und sind diese kommuniziert und jedem bekannt?

„Chris‘ One Pagers“

Eine der wichtigsten Botschaften von Hadfield ist die schon erwähnte Kompetenz, die ein Astronaut braucht. „Nichts wird dir mehr helfen als die Fähigkeiten es auch umzusetzen.“ Astronauten sind gleichzeitig keine Spezialisten, sie dürfen es auch nicht sein. Astronauten müssen so gut wie alles können. Wenn sie mehr oder weniger allein in der Raumstation sind müssen sie Lösungen finden, während sie auf sich allein gestellt sind – in allen Bereichen. Hadfield hat einen Weg für sich gefunden alles greifbar zu behalten: Gute, alte Notizen. Er besitzt ein komplettes Buch mit seinen „One Pagers“, wo er ein spezielles Thema auf einer Seite zusammengefasst hat. Diese helfen ihm in der Vorbereitung auf Aufgaben in der Raumstation.

Learning für Trainerinnen & Trainer: Auch in unsere Ausbildung raten wir dir eigene Notizen anzufertigen. Warum? Eigene Notizen kann das Gehirn besser aufnehmen und später abrufen.

„You have to fail in the Simulator”

In diesem Artikel geht es viel, um Training und die Art und Weise sich auf Herausforderungen vorzubereiten. Auch dieser Punkt zielt detailliert darauf ab. „Im Simulator musst du scheitern. Zum einen musst du erfahren, wie es ist zu verlieren, zum anderen musst du genau diese Grenze kennen lernen.“

Learning für Trainerinnen & Trainer: Im Training achten wir viel zu häufig darauf, dass eine Spielform „funktioniert“ oder „läuft“. Wir sind einfach unzufrieden, wenn der Ball ständig verspringt oder sich im Aus wiederfindet. Wir vergessen aber allzu häufig, dass diese Erfahrungen nicht nur dazugehören, sondern auch extrem wichtig für den Lernprozess sind. Auch Spielerinnen und Spieler müssen „diese Grenze“ kennen lernen. Die nötige Geduld sorgt nach und nach dafür, dass der Ball weniger verspringt und mehr im Spiel bleibt.

“I think you need to decide in your heart what is worth doing in life... And then accept that there are risks. Not everyone is going to succeed... But don’t let that stop you.”

“I am proud of this dock as I am on commanding a space shuttle”

Privat ist Hadfield jemand, der Dinge gerne selbst macht. „An unserem Haus ist ein kleiner Steg zum Wasser, den wir neu machen wollten.“ Dabei legt er die gleiche Sorgfalt an den Tag wie im Weltall. „Wir haben uns einen Plan gemacht, der zu unseren Fähigkeiten passt. Die alten Träger rausgenommen und einen wunderschönen Steg aus Holz gebaut, auf den ich genauso stolz bin wie auf meine Weltraumspaziergänge.“

Learning für Trainerinnen & Trainer: Erstaunlich, oder? Ein Mann, der erlebt hat, was nur ganz wenigen Menschen überhaupt zu Teil wird, erfreut sich an „alltäglichen“ handwerklichen Arbeiten. Ein beeindruckendes Beispiel, dass es nicht um das letztliche Ergebnis geht, sondern um den Prozess, in dem man aufgeht. Egal ob Championsleauge oder Kreisliga, wir alle stehen auf dem Platz, weil wir das Spiel und die Arbeit lieben. Sonst würde kein ehrenamtlicher hunderte von Stunden Jahr für Jahr abreißen nur damit seine Mannschaft einen Trainer hat. Lasst uns das bewahren.

“There is an enormeous group of people”

Astronauten stehen im Vordergrund. Aber wie Hadfield bemerkt „muss man auf unfassbar viele Leute zählen, die extrem viel investieren und jeden Tag lieben, was sie tun.“ Diese Gruppe von Menschen kann „so etwas schaffen, das eigentlich als unmöglich gilt.“ Seiner Auffassung sollte so etwas komplexes, wie Raumfahrt auch nur von so vielen ermöglicht werden und es muss sich als zunächst „unmöglich“ anfühlen.

Learning für Trainerinnen & Trainer: Wir Trainerinnen und Trainer sind nie Einzelkämpfer. Es gibt immer Co-Trainer oder Kollegen. Natürlich stehen wir im Vordergrund aber bleiben wir immer demütig und vergessen nicht die Leute im vermeidlichen Hintergrund.

“As I have discovered again and again, things are never as bad (or as good) as they seem at the time.”

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